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Die Sahara – größte Wüste der Erde

Mehr als ein Viertel des Festlandes empfängt jährlich weniger als 250 mm Niederschlag und wird wegen der spärlichen oder gänzlich fehlenden Vegetation Halb- oder Vollwüste genannt. Die Sahara gehört zur altweltlichen Wüstenzone im Bereich des Hochdruckgürtels entlang des nördlichen Wendekreises, wo einerseits absinkende Luft sich erwärmt und dabei die relative Luftfeuchtigkeit extrem sinkt, andererseits die vorherrschenden Passate als trockene Nord-Ost-Winde aus der afro-asiatischen Landmasse her wehen und keine Gelgenheit haben, über Meeresflächen Feuchtigkeit aufzunehmen. Diese afro-asiatische Wüstenzone reicht vom atlantischen Ozean über die Wüste Arabiens, des Zweistromlandes und des Iran bis vor die Tore Indiens. Auf gleicher geographischer Breite wie der Ödraum Sahara (8 Mio. qkm, 2 Mio. Menschen) liegt im Osten Vorderindien mit rund 4 Mio. qkm und fasst 600 Mio. Menschen! Dieser Vergleich zeigt die Lebensfeindlichkeit dieser größten Wüstenregion der Erde.

Die Sahara ist mit einer West-Ost-Erstreckung von nahezu 6000 km ausgedehnter als Europa von der Biskaya bis zum Ural und mit einer Nord-Süd-Breite von 1500 km so breit wie Europa zwischen Hamburg und Sizilien. Fragt man die eigentlichen Wüstensöhne, etwa die Tuareg der Mitte, so kennen sie nicht die Sahara, sondern nur Teile des Raumes, z. B. Tanesruft oder Tiniri. Das weite, geologisch alte Tafelland der Sahara ist durchschnittlich 200-500 m hoch, was die schlichte Vorstellung des 19. Jh. widerlegt, es handle sich um einen ausgetrockneten, mit Sand erfüllten ehemaligen Meeresboden. Allerdings liegen etwa 100.000 qkm auch gegenwärtig unter dem Meeresniveau, andererseits ragen im Innern Hochgebirge empor, aus deren mächtigen Basaltschloten die jungen vulkanischen Erdgußdecken stammen, die weite Teile der Sahara bedecken. Die Hochflächen der Sahara sind vom Wind blankgefegte Felswüsten, tiefere Lagen werden von Feinkies- und Geröllwüsten bis zu 100.000 qkm Ausdehnung eingenommen. Doch des Windes eigentliches Spielzeug ist der Sand, der in den großen Senken zu riesigen Dünenmeeren zusammengeweht wird. Kleine Hindernisse bilden die Ursache für die Entstehung von Dünen, die teils ind langen Formen, teils als Sicheldünen auftreten und in ihrer Ausrichtung der Hauptwindrichtung folgen. Die im Wind über die Dünenkämme rieselnden Sandkörner lassen ein leises Trommeln entstehen. Bei starkem Wind wird der Sand emporgehoben, die Dünen “rauchen”. Der vorherrschende Nord-Ost-Passat, aber auch die heißen Süd-West-Winde (Ghibli, Scirocco, Samum) können als gefürchtete Sandstürme bis zu 100 km/h erreichen und locker Massen von Millionen von Tonnen über mehr als 2000 km verfrachten.

Die täglich von einem wolkenlosen Himmel herabbrennende Sonne läßt die Quecksilbersäule tagsüber auf 40° C, gelegentlich auf 50° C steigen. Die Luft flimmert vor Hitze und täuscht Bilder von Städten, Palmenhainen und Seen vor (Fata Morgana). Das Gestein erhitzt sich bis auf 80° C, kühlt aber in den sternklaren Nächten teilweise bis unter den Gefrierpunkt ab und zerspringt aufgrund der hohen mechanischen Beanspruchung mit lautem Knall. Oft ist morgens das Wasser in den Trinkflaschen gefroren. In der Wüste selbst leben nur wenige Nomadenstämme, z. B. Angehörie der Berber und Tuareg, unübertroffene Kamelzüchter und Karawanenführer. Sie brauchen einen Hügel in ihrem Leben nur einmal gesehen zu haben, und doch erinnern sie sich an dessen Umrisse und an die Richtung, in der das nächste Wasserloch liegt. In ihren blauen Umhängen, mit Schwert und Schild ausgerüstet und mit einem Schleier vor dem Gesicht, erschienen die einst wilden, ihre Freiheit über alles liebenden Krieger der Tuareg den ersten Europäern als die wahren “Ritter der Wüste”. In letzter Zeit wird die Sahara bereits häufig von abenteuersuchenden Touristen mit dem Auto durchquert, was aber nicht ungefährlich ist. Die Wasserstellen liegen oft 150 km auseinander, und es ist die Regel, dass ein Verirrter ohne Wasser nach 12 bis 14 Stunden zwischen Morgen und Abend umkommt.